14. BKB Tag 2017 in Ingolstadt

slide bkbtagIngolstadt. Ausgerechnet am schönsten Herbstwochenende in diesem Jahr fand der traditionelle BKB Familientag in Ingolstadt statt, so dass sich diesmal "nur" knappe 250 Teilnehmer (anstatt erfahrungsgemäß um die 350 Karatekas) auf den Weg zum Hallenkomplex des DJK machten. Trotzdem erfreulich, denn beim beim WM Projekt 2016, dass in Pfarrkirchen ausgerichtet wurde, fanden sich gerade mal 150 Teilnehmer ein.

Den anwesenden Referenten Jamal Measara, Erich Bilska, Marie Niino, Maria Weiß, Franz Ippisch, Savas Gönenler, Jürgen Kraus, Mohammed Abu-Wahib, Franz Fenk, Silvia Schnabel, Oliver Schnabel, Alfred Heubeck, Gerhard Weitmann, Siegfried Hübner, David Terbeck, Werner Bachhuber & Alexander Callegari war die Teilnehmerzahl egal, denn wichtig sind die Karatekas, die anwesend sind. Durch die breite Palette an verschiedensten Trainern, gab es für alle eine bunte Mischung für Jung & Alt im Breiten- und Leistungssport.

Nachdem Wolfgang Weigert aufgrund seiner Prüfung zum 7. DAN nicht anwesend sein konnte, eröffnete in seiner Vertretung BKB Vize Erich Bilska kurz und knapp die Veranstaltung und ging danach ins gemeinsame Training über. Zusammen mit Dr. Oliver Schnabel stimmten Sie mit ungewöhnlichen Grundschulübungen auf das bevorstehende vielseitige Angebot ein. Gerade Oliver brachte die Gruppe bewusst mit falschen Bewegungen ins Schwitzen. „Jeder soll sich mal wieder ein Anfänger fühlen können, um das Verständnis seiner Schützlinge neu zu entfachen!“ Um die Gruppe nicht mit dem Gefühl des Einsteigers aus der Halle gehen zu lassen, durfte danach jeder seine Lieblingstechniken üben.

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Auf einige wichtige Personen musste diesmal aus unterschiedlichen Gründen verzichtet werden. Wie erwähnt war Präsident Wolfgang Weigert und auch Prüferreferent Helmut Körber wegen einer hohen DAN-Prüfung verhindert. Fritz Oblinger und auch Elmar Griesbauer waren je bei Auslandslehrgängen im Einsatz. Dafür fand man mit Marie Niino, Maria Weiß, Alexander Callegari oder auch Jürgen Kraus neue Gesichter im Trainerteam.

Jamal Measara übte in seiner ersten Einheit den Umgang mit dem Bo. „Unser Blick muss fokussieren wie eine Kamera, unsere Augen sind die Linsen und halten das fest, was im Augenblick für uns wichtig ist,“ so der Kelheimer. Neben Kobudo hatte Jamal für seine Teilnehmer im späteren Karate-Training viele interessante geschichtliche Hintergründe über die Entwicklung des Karate, was die Leute gebannt verfolgten. Aus den eigenen Reihen des Shorin-Ryu Seibukan übernahm Werner Bachhuber in einem späteren Training noch eine Einheit zum Thema "Sai".

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Franz Fenk hatte in seinem Training wie gewohnt volles Haus. Gemeinsam mit Kader-Athletin Fabienne Dyroff verdeutlichte er unter anderem Details und Anwendungen aus der Kata Meikyo.

Neuzugang Jürgen Kraus aus Weiden schulte seine Gruppe zum Thema Kyusho Jitsu und demonstrierte Griffe und Hebel in ziemlich gewöhnlichen Übungen oder Bewegungen wie das Abgrüßen zu Beginn einer Technik. Er hinterfragte viel, um die Teilnehmer etwas „aufzuwecken“ und zeigte praktikable Selbstverteidigungstechniken. „Kyusho ist vor allem Wahrnehmung,“ so Jürgen.

BKB-Kampfrichterreferent Franz Ippisch stellte in seinem Theorie-Workshop unter anderem die aktuellen Neuerungen im Regelwerk vor, so das vor allem die Heim-Trainer ein besseres Verständnis dafür entwickeln und ihre Schützlinge gezielter auf Meisterschaften vorbereiten bzw. coachen können.

Die Athleten/innen im BKB Nachwuchs- bzw. Landeskader hatten mit den Landestrainern Savas Gönenler, David Terbeck, Mohammed Abu-Wahib und Gerhard Weitmann (Leistungssportreferent) die komplette Wettkampfklasse vor Ort, um sich in ihren Disziplinen weiter schulen und feilen zu lassen. Gerade in Hinblick auf die bevorstehende Deutsche Meisterschaft der Schüler hatten David Terbeck und Savas Gönenler auf die anwesenden Starter/innen nochmals ein gewisses Augenmerk, um diese bestmöglich vorzubereiten.

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Die Kumite-Einheiten bei Gerhard Weitmann waren laut und intensiv. Auch gesellten sich einige Wettkämpfer der anstehenden Deutschen Meisterschaft der Masterklasse dazu, um von Gerhard den letzten Schliff, Motivation und Ausdauer zu bekommen. Momo übte unter anderem die Kata GojoShioSho und Gangaku in Hinblick auf schnelle Wendungen. „Manche sagen, bei Kata braucht man keine Reaktion. Das ist Quatsch, denn Kata ist eine Aneinanderkettung von Reaktionen, nur dass man selbst reagieren muss,“ erklärt Momo. Dazu gab es viele Impulsübungen, um die schnellen Bewegungen zu schulen.

Auch Maria Weiß legte in ihren Einheiten viel Wert auf die richtige Distanz bzw. Vorbereitung von effektiven Kumite-Techniken. „Ihr müsst aus einer weichen nicht bedrohlichen Technik eine schnelle und starke Bewegung machen, um am Ende Punkte auf einem Wettkampf zu bekommen,“ so Maria.

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Ganz entspannt geht es bei Silvia Schnabel mit Dehn- und Aufwärmübungen zu; dachten wohl die Teilnehmer. Bis Silvia kurze Holzstöcke verteilte und dann damit ein lustiges aber effektives und vielseitiges Faszien-Training hielt. Das Thema Faszien ist teilweise in aller Munde, nicht zu Unrecht weiß Silva, denn dieser Teil des Bindegewebes kräftigt die Muskeln, kommuniziert mit dem Nervensystem und dient sogar als Sinnesorgan für Bewegungen. Außerdem schützen sie unsere Knochen, indem sie wie Stoßdämpfer wirken. Genau aus diesem Grund schenkte Silvia dem Faszientraining eine ganze Trainingsstunde. Bestimmt eine tolle Anregung für viele, das auch ins persönliche Heim-Training einzubauen.

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Marie Niino hatte als Angebot den Workshop über „Life Kinetik“ dabei. Wer noch nichts davon gehört hat: Life Kinetik ist ein spielerisches Training für jedes Alter, das zudem unglaublich Spaß macht. Man führt Bewegungen aus, während zugleich das Gehirn mit Parallelaufgaben gefordert wird. Erst wenn sich eine gewisse Automatisierung einstellt, erhöht man die Schwierigkeit oder geht zur nächsten Übung über. Marie verstand es den anwesenden Teilnehmer den Nutzen dieses Trainings, wie z.B. verbesserte Lernvorgänge, verbesserte die Konzentrationsfähigkeit, Steigerung des visuellen System uvm. durch verschiedene Übungen zu verdeutlichen.

Der dritte Workshop wurde durch unseren ehemaligen Prüferreferenten Alfred Heubeck abgehalten. Er vertrat hier Helmut Körber und sorgte für die Belange und vor allem die Lizenzverlängerungen in Theorie und späteren Praxis der anwesenden Prüfer/innen.

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Um die Vielseitigkeit des BKB Tages zu gewährleisten war Siegfried Hübner für Tai-Chi anwesend und Alexander Callegari trainierte zum Thema Bubishi und Happoren. Zur Erklärung: Das Bubishi ist ein in Teilen erstmals 1934 in Japan veröffentlichtes Buch über alte chinesische Kampf- und SV-Techniken. Die Happoren gilt als Grundlage des Weißen Kranich Stils und wurde als Form des Qigong entwickelt. Der Übende sollte durch das Studium dieser Form seine innere Kraft des Ki entwickeln, was im Bubishi ausführlich dargestellt wird. Unter "Happoren - Der spielende Kranich" werden Anleitungen zur Übung der Form dargestellt.

Insgesamt war an diesem BKB Tag wieder alles dabei, was das Karate-Herz braucht. Aus- und Weiterbildung, Kata, Kumite, Kobudo, Selbstverteidigung, Kihon, Motivation, Athletik und vor allem das gute Gefühl, Teil einer großen Karate-Familie zu sein. Im Anschluss nutzten deshalb viele das Angebot des BKBs, einer gemeinsamen Brotzeit gepaart mit guten Gesprächen. Im nächsten Jahr findet der BKB Tag am 29. September 2018 statt. Wir bitten auch hier wieder, keine anderen Vereinslehrgänge an diesem Samstag zu planen bzw. abzuhalten.

Bericht und Bilder:
Melanie Feldmeier