Shotokan

Portrait_FritzOblingerFritz Oblinger
Stilrichtungsreferent Shotokan

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85120 Hepberg

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(Shoto = Kiefernrauschen; Kan = Halle, Haus). Gehört zu den 4 großen Schulen in Japan (neben Goju-Ryu, Shito-Ryu und Wado-Ryu). Ihr Begründer war Gichin Funakoshi, dessen Schüler sein Schriftstellerpseudonym "Shoto" für die Bezeichnung seines Dojo wählten. Er selbst wehrte sich gegen eine spezielle Bezeichnung seines Stils, da er Karate stets stilumfassend sah. Bereits sein Lehrer Itosu begann damit, das traditionelle Karate auf Okinawa (Okinawa-Te) zu reformieren. Funakoshi setzte diese Arbeit bis zu seinem Tod fort. Er trug aus den verschiedenen Stilrichtungen (vorwiegend Shorin- und Shorei-Ryu) Techniken und Kata zusammen, um sie zu modernisieren und in sein neues System zu integrieren. Shotokan zeichnet sich durch hohe Dynamik mit starken und harten Techniken aus. In Japan ist Shotokan nicht so verbreitet wie Goju-Ryu oder Shito-Ryu. Es spielt aber auf sportlichem Gebiet eine wesentliche Rolle: die überragende Zahl von Gewinnern der All Japanischen Meisterschaften kamen aus dem Shotokan. Weltweit ist es die verbreitetste Stilrichtung.

Aus: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag



Der Shotokan-Stil entwickelte sich und wurde beeinflusst wie viele andere Stilrichtungen auch von den schon auf Okinawa bestehenden Stilarten Shorin-Ryu, Shuri-Te und Tomari-Te.

Dem Gründer Gichin Funakoshi ist es zu verdanken, daß das Karate und im Besonderen die Stilrichtung Shotokan nach den Jahren des zweiten Weltkrieges eine große weltweite Popularität erreichte. Obwohl Gichin Funakoshi, wie auch sein Nachfolger Egami Shigeru, sich mit aller Macht gegen ein wettkampforientiertes Karate wehrten, konnten sie dieses nicht verhindern.

Bekannte Karate-Meister wie Nishijama, Nakayama etc. setzten sich mit ihrer Ideologie, ein wettkampforientiertes Karate zu betreiben, durch. Indem Nakayama die JKA (Japan Karate Association) gründete, hatte er großen Anteil daran, daß der Shotokan-Stil (wie er ihn verstand) sich immer stärker in Japan festigte. Mit der weltweiten Entsendung von Karate- Meistern wie Kanazawa, Enoeda, Kase, Shirai, Ochi, etc. konnte sich die JKA und damit die Stilrichtung Shotokan zu einer der größten Stilarten weltweit entwickeln.

  • Der Shotokan-Stil zeichnet sich in der Ausführung besonders durch lange und weite Techniken und Stellungen aus.
  • Im Shotokan-Stil werden 26 Katas gelehrt.


Gichin Funakoshi war nicht nur einer der bedeutensten Karate-Lehrer, sondern auch ein in Japan sehr bekannter Gedichteschreiber, der seine Gedichte und Verse mit dem Pseudonym "Shoto" (Pinienrausch) unterschrieb. Aus diesem Namen "Shoto" und dem Namen für Haus ("Kan"), das auch seine Trainingshalle war, wurde der Begriff "Shotokan" geprägt.


Roland Lowinger
Stilrichtungsreferent Shotokan



03.01.2009 :: Neue Shotokan Prüfungsordnung für Kinder bis 14 Jahre
Liebe Sportfreunde,

nach fast 2 Jahren Bearbeitungszeit, von der ersten Idee bist zum vorliegenden Exemplar, ist die Prüfungsordnung für Kinder nun endlich fertiggestellt. Die Prüfungsordnung ist in Buchform mit Bildern und als DVD über die DKV Geschäftsstelle erhältlich. Ab sofort kann wahlweise nach der bestehenden oder aber nach der neuen Prüfungsordnung für Kinder geprüft werden.

Die Prüfungsordnung gliedert die Trainingsinhalte jugendlicher Karateka vom Anfänger bis zum 1 Kyu. Der Prüfungsumfang gliedert sich in die Anteile Kihon, Kumite, Kata und Fitnessübungen. In jedem Teil werden aufeinander aufbauende Schwerpunkte gesetzt. Im Kihon zeigt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken wobei hier sichere Stände, korrekte Ausholbewegungen sowie korrekte Endstellungen in den Techniken im Vordergrund stehen.

Aufbauend auf die Grundtechniken steigt der Anteil der Kombinationen zu höheren Kyu-Graden hin an. Der Prüfungsteil Kumite gliedert sich in reine Distanzübungen und einfache Partnerübungen in Angriff- und Kontertechnik. In der Distanzübung soll der Prüfling zeigen, dass er die später in Angriff und Konter geforderten Techniken beherrscht und am Partner kontrollieren kann.

Die Anforderungen steigen von einfachen Techniken im Stand über Techniken mit Schrittbewegungen bis hin zu Yori-Ashi-Bewegungen. Im Kumite sind dann die zuvor gezeigten Distanzübungen mit einem abwehrenden und konternden Partner zu zeigen. In der Kata zeigt der Prüfling die im Kihon erlernten Techniken, wobei hier die richtige Technikabfolge und Ausführung, Bewegungsfluss (Rhythmus) vor Kraft zu zeigen sind.

Im Bunkai soll der Prüfling ein Verständnis von den in der Kata gezeigten Techniken und sinnvollen Anwendungen zeigen können. Der Anteil Fitnessübungen ist in die Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sowie Beweglichkeit untergliedert. Die in der Prüfungsordnung aufgeführte Liste an Fitnessübungen stellt eine Auswahl dar, die je nach den eigenen Trainingsinhalten erweitert werden kann.

Von den aufgeführten Übungen sollten in der Prüfung 2 bis 4 Übungen gezeigt werden. Mit der Fertigstellung dieser Prüfungsordnung kann ein schon lange und oft geäußerter Wunsch vieler unserer Mitglieder, nach einer speziell auf die Bedürfnisse jugendlicher Karatekas zugeschnittenen Prüfungsordnung, erfüllt werden.

Ich wünsche allen Sportlern Freude bei Training mit der neuen Prüfungsordnung und viel Erfolg bei der nächsten Prüfung.

Gunar Weichert
Stilrichtungsreferent Shotokan