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19.04.2016 - Silvio Campari als Gast-Referent beim BKB Danshakai

Altdorf/Landshut. Zum ersten Mal fand ein BKB Danshakai in Altdorf bei Landshut statt. Als Gastreferent konnte man mit Silvio Campari ebenfalls eine Premiere feiern. Leider fanden sich zu diesem besonderen DANShakai nur knapp 55 Teilnehmer/innen ein, um einen lehrreichen Tag zu den Themen Basics, Kata, Kumite und Selbstverteidigung zu besuchen. Nichts desto trotz waren die angereisten Karatekas von dem dargebotenen begeistert.

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Bild: Tobias Sterr

Vor allem bei den Einheiten mit dem sympathischen Italiener war die Halle voll. Der 43-jährige Referent lebt derzeit in Mailand und leitet dort seinen eigenen Verein „YAMA“. Er betreibt bereits seit seinem 6. Lebensjahr Karate und startete unter anderem 1996 bei der WM in Sao Paolo (Basilien) und feierte in seiner aktiven Laufbahn mehrere internationale Erfolge. Durch seinen großen Erfahrungsschatz, sowohl in Kata, als auch in Kumite, konnte er den Anwesenden viel Basics vermitteln. Der gebürtige Turiner ist an die 10-15-mal im Jahr bundesweit in Deutschland unterwegs und wollte speziell am BKB Danshkai den Karatekas vermitteln, wie man als Trainer eine Kata lehrt.

Für ihm ist z.B. die Atmung eines der wichtigsten Elemente, das gerne immer wieder vernachlässigt wird. Er fragte die Gruppe: „Wie lange könnt ihr ohne Essen auskommen und wie lange ohne trinken?“ Nach einigen knappen Antworten aus der Gruppe, konterte er gleich: „Und nun überlegt, wie lange könnt ihr ohne Atmen auskommen?“. Spätestens jetzt wussten die Teilnehmer worauf er hinaus wollte. Das Training von Silvio war sehr spaßig, aber auch lehrreich und anspruchsvoll. Allein in der ersten Einheit brachte er seine Gruppe mit Heian Sandan zur Verzweiflung, als er diese sowohl seitenverkehrt und zudem noch in 45-Grad Richtungen üben ließ. Als i-Tüpfelchen zeigte er die daraus resultierende Bunkai und Kumite-Anwendungen, der vorher in 8-Richtung geübten Kata. Am Nachmittag wurde das gleiche Spektakel wiederholt, diesmal allerdings mit der artverwandten JION. Wie in der Heian Sandan führt man die meisten Techniken auch in der Jion immer mit beidseitig gleichzeitigen Kombinationen aus, so das der Seiten- und Richtungswechsel sehr viel Denkarbeit forderte. Sobald die Bewegungen bei den Teilnehmern etwas gefestigt waren, ging es um die schnelle Ausführung. „Ihr müsst rasant wie ein Ferrari starten, nicht wie ein langsamer Diesel anfahren!“. Mit diesem und vielen anderen Vergleichen brachte Campari nicht nur etwas Stimmung in die Gruppe, sondern motivierte gleichzeitig viele bis an ihre Grenzen zu gehen.

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Wenn man so durch die Runde fragte, warum die Teilnehmer gerade auf diesen DANshakai gefahren sind, hat man oft die Antwort der Vielfältigkeit des Programms erhalten. Gerade Kata-Lehrgänge gäbe es viele, jedoch wären Kumite-Angebote eher rar gesät. Auch Stefan aus Erding nutzte aufgrund der Nähe die Gelegenheit, um mal wieder bei Fritz zu trainieren, aber auch zum ersten Mal Silvio Campari als Referent kennen zu lernen. Er fand das Training des Italieners sehr anregend und interessant. Gerade die Spanne zwischen Wettkampf und den späteren Anwendungen zur Selbstverteidigung sind positiv angekommen.

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Fritz Oblinger bereicherte zur Freude vieler Anwesenden ebenfalls diesen DANShakai. Er hat diesmal die Kata „Shin-Gi-Tai“ auf dem Programm, was so viel wie „Geist-Technik-Körper“ bedeutet oder in einem Satz erklärt: „Eine gute Technik liegt über die pure Kraft, doch der Geist dominiert alles!“ Neben dem doch sehr abstrakten Ablauf, durften die Teilnehmer bestimmte Passagen zum näheren Verständnis noch mit dem Partner üben. Realistische Selbstverteidigung stand hier wie immer im Vordergrund.

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Dieses DANShakai hatte aber auch noch einen anderen besonderen Hintergrund. Schon länger plante Fritz Oblinger gemeinsam mit Vereinsleiter Peter Kreissl ein BKB Event in Altdorf abzuhalten. Die zentrale Nähe zu München, Regensburg aber auch in Richtung Niederbayern – zudem die neuwertige, helle Halle boten hier perfekte Bedingungen. Nachdem der Karateverein SV-DJK Altdorf e.V. in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen feiert, lag es nahe, dieses Jubiläum zusammen mit dem BKB abzuhalten. Dafür stellte sich Dojoleiter Peter Kreissl sogar selbst als Trainer zur Verfügung und verlagerte seinen Schwerpunkt in Grundtechniken und Kumite. Neben seinem damaligen „Selbststudium des Karate“, gab es weitere Mentoren, wie z.B. Gudrun Hisatake oder Günther Mohr, auf dessen Lehrgänge er intensiv reiste, um sich weiterzubilden. Der gebürtige Straubinger gründete vor 35 Jahren den Karate-Verein in Altdorf, welcher aktuell eine Mitgliederzahl von knapp 100 Karatekas vorweisen kann.

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BKB/DKV Präsident Wolfgang Weigert reiste am Vormittag persönlich nach Altdorf, um sowohl den Verein für sein 35-jähriges Jubiläum zu beglückwünschen, als auch Peter Kreissl für 40 Jahre Karate mit der goldenen Ehrennadel des BKB auszuzeichnen. Für besondere Verdienste innerhalb des Vereins bekamen Frank Leffler Silber mit Gold, Erwin Wurdach, sowie Rolf Kiermaier die silberne Ehrennadel überreicht. Zu guter Letzt erhielt Jürgen Cosma die Ehrennadel Bronze mit Silber. Peter möchte an dieser Stelle noch die Gelegenheit nutzen, um zwei dieser besonderen Personen zu danken. Als erstes möchte er seinen 2. Vorsitzenden Jürgen Cosma hervorheben, welcher seit 13 Jahren den Verein intensiv unterstützt. Die zweite Person ist Frank Leffler, welcher als Trainer beim SV-DJK Altdorf e.V. tätig ist. „Frank ist immer da und ein 150% Karateka, auf dem man sich einfach verlassen kann,“ so Peter.

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Bild: Tobias Sterr

Zwar wurde dieser Lehrgang und die anwesenden Referenten nicht von der üblichen Teilnehmerzahl besucht, trotzdem war es vor allem ein wichtiger Tag für alle Verantwortlichen und Mitglieder des lokalen Vereins. In Summe konnten alle angereisten Karatekas auf jeden Fall neues Wissen und Anregungen für sich mitnehmen.

Bericht und Bilder:
Melanie Müller