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28.03.2018 - Bericht zur Bayerischen Meisterschaft der Jugend, Junioren, U21 und Leistungsklasse

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Waldkraiburg. „Das Wohnzimmer des BKB,“ so eröffnete BKB Präsident Wolfgang Weigert seine Rede und dankte damit dem Ausrichterteam vom Asia Sports Waldkraiburg mit Vereinsleiter Adnan Akgün. Bereits zum 9. Mal ist der Bayerische Karate Bund mit einem Event in Waldkraiburg vertreten. „Wir richteten bis jetzt in jedem Jahr eine Meisterschaft aus. Im nächsten Jahr wird es die Bayerische Meisterschaft der Kinder, Schüler und die Bavarian Open sein“, so Adnan.

Zu Beginn der Meisterschaft wurde für zwei kürzlich verstorbene und verdiente Karatekas, Heiner Gomeier aus Donaustauf und Kampfrichter Jörg Reidemeister eine Schweigeminute eingelegt.

Das eingespielte Ausrichter-Team kam der Wettkampfkommission um Walter Sosniok mit Manuela Sosniok, Thomas Koppitz und Susanne Junge sehr entgegen. Auf 6 Kampfflächen wurden an zwei Tagen über 400 Teilnehmer aus knapp 90 Vereinen „abgearbeitet“. Die Meldungen im Vorfeld waren weitaus höher, so dass der offizielle Zeitplan am Sonntag bis um 18 Uhr angesetzt wurde. Allerdings nahmen viele grippebedingt nicht teil, so dass die Meisterschaft vorzeitig gegen 16.00 Uhr beendet werden konnte.

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Die Wettkampfkommission mit Walter und Manuela Sosniok, Thomas Koppitz und Susanne Junge
 

Jugend, Junioren und U21 (Bericht Jan Weikmann)

Rita SiebertIn den Kata Team Disziplinen der Jugend und Junioren duellierten sich bei den jungen Damen lediglich zwei Mannschaften. Das Finale entschied Straubing gegen Waldkraiburg für sich. Bei den Junioren männlich war es nur ein Team mehr. Hier besiegte Mömlingen im Finale Mömlingen, Kempten wurde dritter.

In den Einzeldisziplinen Jugend weiblich trafen die im letzten Jahr national erfolgreichen Athletinnen Rita Siebert/Garching und Franziska Wörner/Mömlingen schon vor dem Finale aufeinander. Rita setzte sich in einem spannenden Duell durch und gewann später auch den Titel vor Miriam Seufert aus Straubing. Franziska sichert sich über die Trostrunde Rang drei, zusammen mit Lisanne Ströhlein vom Shugokan München. Im Finale der Jugend männlich begegneten sich die beiden Vereinskameraden Mark Vogel und Flavio Roth. Hier konnte sich Mark durchsetzen. Lukas Willach aus Straubing und Nico Wassermann aus Straubing schafften über die Trostrunde den Sprung aufs Treppchen.

Eine Altersstufe höher bei den Junioren trafen abermals zwei Mömlinger Karateka im Finale aufeinander. In den Vorrunden konnten Alessio Roth und Sajjad Islam all ihr Kämpfe für sich entscheiden. Das tolle Finale gewann Alessio und krönte sich somit zum Bayerischen Meister. Mika Mathes/Monheim und Loris Weinreich/München gewannen die Bronzemedaille. Die Damenkonkurrenz entschied Pia Kreuzer aus Erding für sich. Sie besiegte im Finale Katy Jungschläger von der Schule Shito Ryu Bayern. Das Podium wurde komplettiert von Laura Kraeker/Grasbrunn und Andrea Michel/Forchheim.

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Alessio Roth (Bild Jan Weikmann)


Schlussendlich standen auch noch die Begegnungen der Damen und Herren in der Altersklasse U21 an. Sarah Brandner aus Monheim gewann all ihre Begegnungen und sicherte sich so den Titel gegenüber Franzi Kohl aus Trostberg. Emma Janekova/München und Nicole Bock/Augsburg holten sich die Bronzemedaille. Bei den Herren standen sich – wie so oft in den letzten Jahren – Sven Meschke aus Aschaffenburg und Kevin Schinköthe aus Kempten gegenüber. Beide zeigten souveräne Katadarbietungen. Am Ende entschieden sich die Kampfrichter für Kevin, der seiner Titelsammlung so einen weiteren Pokal hinzufügen konnte. Frederico Gaube vom Seiko Karate und Leonhard Averdunk aus Poing belegten den geteilten dritten Rang.

Nach der Siegerehrung der Kata Disziplinen ging es direkt mit den Kumite Team Kämpfen weiter. In der Kategorie Jugend weiblich gewann das Team aus Traunreut, Silber ging an Waldkraiburg, Bronze an Monheim und Bamberg. Bei den Jungen siegte die Mannschaft aus Fürth. Hersbruck wurde zweiter, Traunreut dritter. Eine Stufe höher setzten sich die Kämpferinnen aus Hersbruck im Finale gegen das Team aus Breitenberg durch. Bamberg belegte Rang drei. In der Männerkonkurrenz hatte Hersbruck im Finale das Nachsehen gegen Waldkraiburg. Augsburg und Memmingen komplettierten das Podium. In der U21 kamen lediglich die Team Begegnungen der Herren zu Stande. Das Team vom Aikido und Karate Verein Augsburg gewann hier den Titel. Traunreut wurde zweiter, Untermerzbach dritter.

Nach ihrem zweiten Platz in Kata Einzel gewann die Straubinger Athletin Miriam Seufert zusätzlich noch den Titel im Kumite. Sie besiegte im Finale der Kategorie Jugend weiblich -54 kg Viktoria Schmitt aus Strullendorf. Rey Penelopez aus Neutraubling wurde dritte. In der Klasse +54 kg siegte Janika Martin aus Monheim. Vanessa Zacherl aus Straubing wurde zweite, Veronika Hajduchova/Pliening-Landsham und Marie Zinecker/Waldkraiburg belegten den dritten Platz.

Bei den Leichtgewichten der Jungen, -54 kg, gewann der Landshuter Philipp Grünfeld jeden seiner Kämpfe. Auch im Finale war er von Maximilian Batke aus Kempten nicht aufzuhalten. Alexander Stelzl/Waldkraiburg und Dorian Pejic/Nürnberg gelang über die Trostrunde noch der Sprung aufs Podest. Nach einem erfolgreichen letzten Schülerjahr startete Igor Abramovic aus Bamberg heuer das erste Mal in der Altersklasse Jugend. Hier ließ er seinen Gegnern keine Chance und sicherte sich überlegen den bayerischen Meistertitel. Zweiter wurde Dennis Ruprecht aus Hersbruck vor Niklas Gau/Münchberg und Francis Püschel/Bessenbach auf dem geteilten dritten Platz.

Igor Abramovic rechts
Igor Abramovic (rechts) | Bild Jan Weikmann

Die drei Athletinnen der Kategorie -48 kg Junioren weiblich lieferten sich harte Duelle. Am Schluss setzte sich Lale Knupfer/Vohburg gegenüber Michaela Speckmeier/Traunreut und Fabienne Bäckmann/Mömlingen durch. In der Gewichtsklasse +59 kg gewann Milena Kandlbinder/Breitenberg die finale Begegnung gegen Annika Pezold aus Naila. Lea Schmidt-Hammer/Untermerzbach und Miriam Alt/Waldkraiburg gewannen ihre Kämpfe in der Trostrunde und wurden so noch dritte.

Bei den Jungen -68 kg konnten Moritz Mittelstedt/Augsburg und Tiemon Dienlin/Hersbruck jeden Gegner bezwingen und trafen sich im Finale. Hier gewann Moritz und sicherte sich so den Titel. Joel Akgün aus Waldkraiburg und Benedikt Günther/Bessenbach belegten Rang drei. In der Plusklasse waren nur drei Athleten am Start. Patrick Schneider aus Untermerzbach setzte sich dort gegen Smidt Fynn Coburg und Ekrem Baysal/Memmingen durch.

Die Kategorien der U21 weiblich konnten in diesem Jahr nicht mit vielen Teilnehmern punkten. So gab es in pro Kategorie nur drei Teilnehmerinnen. Bei den Damen -50kg siegte Jacqueline Schweichert aus Traunreut. Nabila Islam/Mömlingen gewann Silber, Bronze ging an Johanna Rupprecht aus Lauf. Die Gewichtsklasse -61 kg gewann Martina Reil/Straubing. Ihre Vereinskollegin Violetta Sobolev wurde Vizemeisterin, Celine Vollath/Fürth gewann Bronze.

Ein Vereinsfinale gab es auch bei den Herren -67 kg. Bis kurz vor Schluss führte Konrad Speckmeier gegen Marcel Schalch, beide aus Traunreut. Marcel schaffte es jedoch die Partie noch zu drehen und sicherte sich den Titel. Platz drei belegte Leonhard Averdunk aus Poing und Andreas Fischbein aus Riedenburg. Die Gewichtsklasse +84 kg versprach ebenfalls spannenden Kämpfe. Zum bayerischen Meister krönte sich schlussendlich Josef Eck aus Mömlingen, der im Finale Anatol Terengin/Traunreut bezwang. Emre Cakir/Augsburg und Floran Mayr gewannen die beiden Bronzemedaillen.

 

Leistungsklasse (Bericht Melanie Feldmeier)

Ganz oben im Medaillenspiegel war am Ende des Tages der Leistungs- und Masterklasse mit weitem Abstand der 1. CKKS Traunreut zu finden. Damit hat sich das Dojo aus Oberbayern vom Rang 29 im letzten Jahr auf den vordersten Platz katapultiert. Diesen Erfolg hat der Verein vor allem den Gewinn der Goldmedaillen durch Jacqueline Schweichert, Marcel Schalch, Pascal Schalch, David Jobst und dem bayerischen Meistertitel des Herrenteams zu verdanken.

Gerade die Mannschaftsbegegnungen am Ende der Veranstaltungen waren von Spannung und Power geprägt. Im Finale trafen die Jungs vom 1. CKKS Traunreut auf die Kampfgemeinschaft Südbayern. Beide Teams hatten ein Aufgebot an hochwertigen Athleten, so dass die Begegnungen sehr hitzig wurden. Mitfiebernde Athleten und Trainer versammelten sich um die Kampffläche, um diese Fights aus erster Nähe zu sehen und deren Favoriten anzufeuern. Die Begegnungen waren insgesamt auf beiden Seiten ausgeglichen.

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Aber gerade das Aufeinandertreffen mit Wladimir Terengin und Nico Drexel war Anspannung pur. Beide kämpften auf Augenhöhe, so dass es punktemäßig immer ausgewogen war. Kurz vor Schluss stand es 4:3 für Nico Drexel, jedoch fand Wladimir in der letzten Sekunde die Möglichkeit zum Ausgleich, so dass es 4:4 stand. Da der Traunreuter sein Senshu (1. Wertung) anfangs geholt hat, ging diese Runde bei Unentschieden an Terengin. Nachdem Julian Akgün gegen Florian Cimolino ebenfalls einen Sieg einholte, war die Freude über den Titelgewinn für den 1. CKKS Traunreut riesig.

Im Katabereich ist Laurenz Berner vom KD Durach Weidach nach seiner Verletzung am Knie wieder zurück und das stärker als vorher. Selbst der routinierte und ebenfalls international erfolgreiche Lukas Grimm (SV UNSU Karate Mömlingen e.V.) konnte ihn nicht stoppen, sich die Goldmedaille zu erkämpfen. Martina Resch hatte in einem Jahr einen wahrlichen Schub vollzogen. An der Bayerischen 2017 musste sich die Oberbayerin noch mit dem dritten Platz begnügen. An der Deutschen Meisterschaft in Neumünster 2017 setzte sie dann zum ersten Mal gegen eine hochrangige Konkurrenz durch und stand jubelnd mit Bronze am Podest. Das nicht genug, denn an der diesjährigen Bayerischen Meisterschaft beschenkte sie sich selbst mit der Goldmedaille. Drücken wir die Daumen, das an der DM im April in Coburg ebenfalls ein erfolgreiches Abschneiden stattfindet. Verdient konnte sich Claudia Werner vom TV Trennfurt nach vielen Jahren ihrer Wettkampfkarriere endlich mit Silber ein Edelmetall erkämpfen.

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Eine interessante Entwicklung gibt es auch bei der Familie Islam aus der Talentschmiede des SV Unsu Karate Mömlingen. Yasin Islam ist schon seit vielen Jahren eine tragende Kraft bei der Turnieradministration für Sportdata und war an der Bayerischen Meisterschaft als Kampfrichter vor Ort. Seine Schwestern Nabila und Latifa kämpften beide in der Gewichtsklasse -50kg, bei der sich Nabila die Silbermedaille und Latifa den dritten Platz erkämpfen konnte. Im Juniorenbereich erreichte Sajjad Islam zusätzlich noch den bayerischen Vizemeistertitel.

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Einige Athletinnen und Athleten, die immer für Furore und spannende Kämpfe sorgten, haben teilweise ihre aktive Wettkampfkarriere beendet. Unser bayerisches Kata-Team der Damen musste ebenfalls aufgrund beruflicher Gründe aufgelöst werden. Lisa Kirchner, Fabienne Dyroff und Susanne Beinvogl betrieben jahrelang einen großen Trainingsaufwand. Gerade auch die enorme Distanz zwischen Erding und Mömlingen war ein erheblicher Zeitfaktor. Im letzten Jahr belohnte sich die Mannschaft mit dem Deutschen Meistertitel. Danke an dieser Stelle für Euer sportliches Engagement und weiterhin viel Erfolg bei Euren Turnieren im Einzelwettbewerb.

Die Landestrainer Mohammed Abu Wahib (Kata) und Gerhard Weitmann (Kumite) sind insgesamt zufrieden mit den Leistungen an dieser Bayerischen Meisterschaft. Zwar ist es immer schade, wenn langjährige erfolgreiche Athleten aus dem Kader ausscheiden, allerdings konnte man aus dem Jugend- und Juniorennachwuchs bereits vereinzelt einige neue Talente entdecken, die es zukünftig zu fördern und zu fordern gilt. Hierbei wünschen wir den Verantwortlichen ein glückliches Händchen.

Im Kampfrichterwesen gab es an diesem Wochenende ebenfalls erfreuliche Nachrichten. Mit Marina Ryssel (Erlangen), Claudia Rubarth (Schwaig b. Nürnberg) und unseren ehemaligen Nationalkaderathleten Heinrich Leistenschneider (Straubing) gibt es drei neue Kampfrichter mit der Kumite „B“ und Kata-Lizenz. Die Prüfung zum Kumite „A“ bestanden Veronica Catalano (Aitrach) und Florian Hollerith (Poing). Dass die Kampfrichter auch immer motiviert bei der Sache sind, beweist ein Referee aus Oberfranken, der es schaffte zwei Mal in seiner Funktion als Seitenkampfrichter bei der Wertung „Kontakt“ die Flaggen in zwei Hälften zu brechen. Das nennt man wirklichen Einsatz. Walter Sosniok von der Wettkampfkommission nahm dies zwar humorvoll zur Kenntnis, würde sich aber freuen, wenn nicht weitere Kollegen diesem Eifer nachgehen.

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Der neue Leiter der medizinischen Kommission, Dr. Stefan Krüger, hatte an dieser Bayerischen Meisterschaft seinen ersten offiziellen Einsatz als verantwortlicher Leiter des Ärzteteams. Zum Glück musste er mit seinen Kollegen keine schweren Verletzungen behandeln. Unser Sponsor Bernhard Junge von Sportland.de hat das Ärzteteam zudem mit neuen Poloshirts ausgestattet. Herzlichen Dank dafür.

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Insgesamt lässt sich anhand des Medaillenspiegels feststellen, dass mittlerweile nicht nur die großen und typischen Wettkampfvereine wie z.B. Kempten, Waldkraiburg oder Straubing Erfolge feiern, sondern auch die eher kleineren Dojos oben in der Rangliste platziert sind. Natürlich wird das Ergebnis des Medaillenspiegels mit der Zusammenfassung von Leistungsklasse und Masterklasse etwas verwässert, da bei den „Masters“ viele Starter/innen aus den eher typischen Breitensportdojos entstammen. Nichts desto trotz ist die Entwicklung positiv anzusehen.

Melanie Feldmeier