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07.05.2018 - Portraitbericht über EM-Teilnehmer Nico Drexel aus Kempten

Karate seit: 2000
Aktuelle Graduierung: 2. Dan
Verein: 1. Kemptener Karate Dojo
Ausbildung / Beruf: Student
Mitglied im Landeskader seit: 2002
Mitglied im Bundeskader seit: 2010-2012; 2015-aktuell

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Durch den Papa Siggi kam Nico Drexel zum Karate. „Ich war von klein auf begeistert von dieser Sportart. Angefangen hat der Kemptner beim Kinder- und Jugendtrainer Helmut Wachter. Später trainierte er unter Roland Lowinger und seinem Vater Siegfried Drexel, der heute noch Heimtrainer des 1. Kemptener Karate Dojos ist. Im Landeskader wird Nico zusätzlich noch durch Gerhard Weitmann geformt und seit dem erneuten Eintritt in den Bundeskader hat Thomas Nitschmann ebenfalls ein wachsames Auge auf seinen Schützling. „Mir fällt immer wieder positiv auf, dass der Respekt und die Selbstbeherrschung im Karate großgeschrieben werden. Wenn ich sehe wie in manch anderen Sportarten andauernd diskutiert und lamentiert wird, bin ich schon froh, dass das im Karate nicht der Fall ist.

Sein emotionalster Erfolg war bisher der 3. Platz bei der Weltmeisterschaft in Linz. „Ich erzielte dort im Bronzefinale den entscheiden Sieg. Das Gefühl vor so einem großen Publikum auf der Tatami zu kämpfen, wenn die ganze Halle dunkel ist und die Fans applaudieren und anfeuern, ist einfach unbeschreiblich.“

Berufsbedingt wird Nico den Leistungssport nicht mehr allzu lange ausüben können. Zuviel Zeit steckt hier vor allem im dauernden Training und vor allem der Vorbereitung auf Meisterschaften. „Mein Ziel ist es trotzdem nochmals bei einer EM oder WM eine Medaille zu gewinnen!“

Nico hatte an der letzten Deutschen Meisterschaft seinen Titel vom Vorjahr erfolgreich verteidigt. Der Druck und vor allem die Erwartungshaltung waren diesmal jedoch größer. „Um ehrlich zu sein war es vom Gefühl her etwas schwerer den Titel zu verteidigen, da man sich in der Rolle des gejagten befindet und sich selbst etwas mehr unter Druck setzt. Zwei Jahre in Folge zu gewinnen macht mich natürlich ein Stück weit Stolz.“

Für diesen Erfolg trainiert er fast täglich. „Vor großen Wettkämpfen trainiere ich fast täglich. Ich versuche mein Training kurz, intensiv und abwechslungsreich zu gestalten und schaue mir auch viele Übungen von anderen Sportarten (z.B. Basketball, Football) ab. An den Wochenenden findet dann meist ein Kadertraining statt.“

Vor den Wettkämpfen selbst ist der Kemptner auch nach seiner langjährigen Erfahrung vor allem bei wichtigen Turnieren immer noch nervös und aufgeregt. „Für mich ist es wichtig, dass ich mich locker fühle, aber trotzdem fokussiert bin. Ich versuche mir nicht zu viele Gedanken über den Kampf zu machen was passieren könnte, denn meist kommt es dann doch alles anders.“

Durch seine stabile Leistung wird ihm nun vom Bundestrainer das Vertrauen geschenkt, zum ersten Mal an einer Europameisterschaft in seiner Gewichtsklasse im Einzeln zu kämpfen und damit Deutschland zu repräsentieren. „Ich bin stolz und freue mich auf die Aufgabe. Aktuell merke ich allerdings noch keinen Unterschied, da die Vorbereitung identisch abläuft. Vielleicht bin ich dann vor dem Einzelstart etwas mehr aufgeregt, das wird sich zeigen.

Neben Karate bleibt kaum viel Zeit für weitere Freizeitaktivitäten. „Ich freue mich meist einfach nur auf ein Wochenende mit meinen engsten Freunden. Dabei gehen wir gerne in die Berge, liegen am See oder sitzen bei Grillabenden zusammen.

Zum Schluss möchte Nico noch seiner Familie DANKE sagen. Gerade wenn es mal schwierig war Karate und Studium unter einem Hut zu bekommen, konnte er immer auf deren Unterstützung zählen. Ganz nach dem Motto „Talk less – do more“ wird Nico auch in Zukunft versuchen, seine Leistung erfolgreich abzurufen und seine Ziele zu erreichen.

Lieber Nico, wir wünschen Dir viel Spaß an der Europameisterschaft und natürlich den für Dich maximalen Erfolg.

Danke für das Interview,
Melanie Feldmeier

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