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07.11.2018 - Interview mit BKB Landestrainer "Momo" Mohammed Abu Wahib

momo5Karate seit: 1988
Aktuelle Graduierung: 5. Dan Shotokan
Verein: SV UNSU Karate Mömlingen e.V.

Ausbildung / Beruf: Trainer | B.A Sportpädagogik |
Aktuell: Masterstudent an der Goethe Universität Frankfurt,
Abteilung: Sportwissenschaft / Sportmedizin

Größte Erfolge:
1. Platz Kata Team - Shotokan World Cup (WSKA) in Polen 2007
1. Platz Kata Team - Shotokan Europa Cup (ESKA) in Luzern/Schweiz 2006
1. Platz Kata Team - Shotokan Europa Cup (ESKA) in Portugal 2007
1. Platz Kata Einzel - Deutsche Meisterschaft LK in Völklingen 2010
1. Platz Kata Einzel - Open de Luxembourg LK in Differdange 2010
1. Platz Kata Team - Deutsche Meisterschaft Leistungsklasse in Erfurt 2009
1. Platz Kata Team - Deutsche Meisterschaft Leistungsklasse in Erfurt 2008
2. Platz Kata Einzel - Shotokan Europa Cup (ESKA) in Portugal 2007
3. Platz Kata Team - Europameisterschaft (WKF) in Estland 2007
3. Platz Kata Einzel - Dutch Open in Rotterdam 2007

Ehemaliges Mitglied im Bundeskader
(von bis): 2003-2010 Deutschland
1996-2003 Jordanien 
Landestrainer Bayern seit 01. Januar 2016


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Diesmal stand unser Landestrainer Mohammed Abu Wahib, auch bekannt unter dem Spitznamen „Momo“ bei mir im Interview. Er hatte als Kind seinen ersten Kontakt mit Karate durch seinen jüngeren Bruder, der damals sehr aktiv war und immer nach neuen, spannenden Themen zum Ausprobieren suchte. Momo hingegen war eher der ruhigere Typ. „Einmal hat er mich jedoch mit ins Karate-Training genommen und ich war sofort verliebt in diese tolle Kampfkunst. Vor allem haben mich die Disziplin und die Bewegungsarten von Anfang an mitgenommen.“ Mittlerweile trainiert er nun 29 Jahre Karate, wodurch Karate-Do ein unzertrennlicher Teil seines Lebens geworden ist. Als seine Trainer seiner Karatelaufbahn nannte er Momo unter anderem: Imad Almaabreh, Hediki Okamoto, Watanabe Isoharu, Efthimios Karamitsos und Franz Fenk.

Das faszinierende an Karate ist für ihn die Möglichkeit durch regelmäßiges Training eine kontinuierliche Verbesserung zu erzielen, egal in welchem Alter. Auch im Wettkampf war Momo sehr aktiv und konnte viele nationale und internationale Platzierungen feiern. Sein emotionalster Erfolg war der Deutsche Meistertitel in der Leistungsklasse an seinem 30. Geburtstag.

Für viele Nachwuchssportler im Kader ist Momo ein echtes Vorbild, sowohl im Training als auch außerhalb des Leistungssportes Leistungssports. Durch seine offene und ehrliche, aber zugleich erzieherische Art, motiviert und trainiert er seine Jungs und Mädels auf höchstem Niveau. Auch er hat mit Michaël Milon und Hiromichi Yahara Vorbilder, zu denen er in seinem Karateleben aufschauen durfte.

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Seit 2012 hat der gebürtige Jordanier seinen eigenen Verein in Bayern. Mit dem SV UNSU Karate Mömlingen e.V. ist er bereits bundesweit bekannt, spätestens nachdem er nun zum ersten Mal im Leistungssport-Ranking des Deutschen Karate Verbandes e.V. auf dem zweiten Rang platziert war. „Der Erfolg meiner Schützlinge macht mich als Trainer sehr stolz. Das war ein sehr emotionaler Moment. Ich habe ganz unverhofft die Ranking-Liste angeschaut und konnte es kaum glauben als ich die ersten drei Ränge angeschaut und unseren Vereinsnamen auf Platz zwei gelesen habe! Erst dann konnte ich realisieren, dass ich nicht nur als Athlet, sondern jetzt auch als Trainer in Deutschland angekommen bin. Ich bin sehr stolz auf alle Athletinnen und Athleten, Eltern, Betreuer und Co-Trainer und Teil des Vereins zu sein“, so unser sympathischer Erfolgstrainer.

Im Bayernkader geht seine Trainertätigkeit seit 2016 außerhalb des Vereins weiter. Einmal im Monat findet ein Stützpunkttraining Nord und Süd, sowie 6-7 Mal im Jahr ein Wochenendlehrgang in der Sportschule Oberhaching statt. Dazu kommen die Tageslehrgänge und noch individuelles Training der Kaderathleten. Auch arbeitet er intensiv mit Leistungssportreferent Gerhard Weitmann zusammen und erstellt individuelle Trainingspläne für Kadermitglieder, damit auch die Heimtrainer einen Leitfaden für eine optimale Vorbereitung und Basisarbeit im Verein haben. „Im Jahr 2017 habe ich zum Beispiel 235 Stunden Training gegeben und 160 Betreuungsstunden auf Meisterschaften gehabt“, erklärt Momo. Das fordert natürlich einiges an Zeit und bedarf viel Leidenschaft für den Sport. Die Motivation daraus zieht sich Momo direkt aus seiner Arbeit mit den Athleten/innen. Gemeinsam die Vorbereitungen und Wettkämpfe bestreiten und am Ende auch noch Erfolge zu feiern, das macht ihm an seiner Trainerfunktion Spaß.

Ziele gibt es noch genügend: „Als ich als BKB Kata Landestrainer angefangen habe, war es mein persönliches Ziel, dass möglichst viele Bayerische Athleten/innen Siege auf den Deutschen Meisterschaften holen, um Bayern im Medaillenspiegel weit nach vorne zu bringen und somit möglichst viele Bundeskader-Athleten aus Bayern zu stellen. Dieses Ziel konnten wir bis jetzt gut erreichen - Wir haben Deutsche-, sowie Europa- und Welt Cup Sieger. Ein Kata-Europameister aus Bayern ist die nächste Zieletappe.“ Ganz nach seinem Leitsatz: „Wer aufhört an sich zu glauben, hat aufgehört zu leben.“

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Für Momo ist Kata eine Kunst, mit einer Mischung aus Verständnis und Emotionen. Im Wettkampf ist seiner Meinung nach diese Disziplin sehr schwer: „Ein Kata-Athlet muss erstmal an sich und an das, was er liefert glauben. Erst dann kann erwartet werden, dass Andere oder hier in der Wettkampfsituation die Kampfrichter dem Athleten die Kata abnehmen und ihn bei einer guten Leistung mit dem Gewinn belohnen. Ein besonderer Kata Athlet ist solch einer, der Kampfrichter sowie Zuschauer begeistern kann, in dem er eine Geschichte durch seine Kata erzählt.“

In seiner Freizeit ist Momo aber auch noch Privatmensch, Freund und Vater. Falls er einmal Luft für sich hat, liest er, betreibt Bogenschießen, kocht gerne und verbringt mit seiner Familie gemeinsame Stunden. Als ich ihn fragte, wie er sich als Person beschreiben würde, so kam als Antwort, dass er sich eher als emotionale Person sieht, mit der man über alles reden kann. Es gibt auch noch bestimmte Menschen, denen Momo danksagen möchte. „Bedanken möchte ich mich bei all denjenigen, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben:

  • Beim DKV/BKB – Ihr habt mir eine Plattform gegeben, meine Karriere nicht nur als Athlet sondern auch als Trainer aufzubauen.
  • Bei meinen Trainern - Ihr habt mir die Freude am Karate vermitteln können und mich zu dem Karateka geformt, der ich bin. Durch eure Impulse konnte ich mich stets weiterentwickeln und mich jetzt als Trainer verwirklichen, um mein Karate weitergeben zu können.
  • Bei meiner Familie - Danke an Fabienne und Jonas für eure Unterstützung und euer Verständnis für manche Fehlzeiten in unserer Familienzeit ;-)

 

Danke für deine Zeit Momo,
Interview und Bildarchiv Melanie Feldmeier