Mit enormen Einsatz zur gelungenen Deutschen Meisterschaft in Ingolstadt

Mit enormen Einsatz zur gelungenen Deutschen Meisterschaft in Ingolstadt

Die Deutsche Meisterschaft am 21. und 22. März 2026 in Ingolstadt war nicht nur sportlich ein bedeutendes Ereignis, sondern auch organisatorisch eine besondere Leistung. Dass diese Meisterschaft überhaupt stattfinden konnte, ist vor allem dem außergewöhnlichen Engagement des Ausrichters und vieler ehrenamtlicher Helfer zu verdanken

Der ausrichtende Verein kann dabei auf eine lange Tradition zurückblicken: Bereits seit 1897 besteht der Hauptverein, der heute 16 Abteilungen und rund 1.000 Mitglieder umfasst. Die Karate-Abteilung wurde 1978 gegründet und zählt aktuell etwa 85 Mitglieder. Dass ein Verein mit dieser Struktur eine Deutsche Meisterschaft auf die Beine stellt, ist alles andere als selbstverständlich.

Der Entschluss, die Meisterschaft auszurichten, fiel aus einem besonderen Grund: Bundesweit hatte sich leider kein anderer Ausrichter gefunden. Aus Verantwortung gegenüber den Athletinnen und Athleten, die sich intensiv auf diesen Höhepunkt vorbereitet hatten, entschloss sich das Team in Ingolstadt, die DM zu übernehmen. Für einige Sportlerinnen und Sportler ging es dabei sogar noch um wichtige Punkte für eine mögliche Teilnahme an der Europameisterschaft. Damit war schnell klar: Diese „Not-DM“ musste stattfinden.

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Für das Organisationsteam bedeutete das eine enorme Herausforderung – denn zwischen Zusage und Durchführung lagen gerade einmal siebeneinhalb Wochen. Eine extrem kurze Zeit für ein Event dieser Größenordnung. Gleichzeitig war es auch eine große Ehre, diese Deutsche Meisterschaft ausrichten zu dürfen. Rückblickend bleibt vor allem ein Gefühl: Die Karate-Familie ist in dieser intensiven Phase noch enger zusammengerückt. Für alle Beteiligten war es ein einmaliges Erlebnis, an das man sich sicher noch lange gerne erinnern wird.

Rund 45 Helferinnen und Helfer waren über das gesamte Wochenende hinweg im Einsatz. Besonders bemerkenswert war dabei, dass die Unterstützung weit über die Karate-Abteilung hinausging. Helfer kamen auch aus den Abteilungen Kendo, Turnen, Fußball, Capoeira und Leichtathletik. Gerade die Unterstützung aus der Kendo-Abteilung war besonders wertvoll, ebenso wie die Hilfe durch Teams aus Haldenwang, Kempten, Fürth und Haunwöhr, die bei der Tischbesatzung unterstützten. Auch eine Kampfrichterin aus Berlin half mit. Ohne diese breite Unterstützung wäre die Durchführung in dieser Form nicht möglich gewesen.

Genau darin lag auch eine der größten Herausforderungen: genügend Menschen zu finden, die bereit sind, viele Stunden ehrenamtlich anzupacken. Denn ein solches Wochenende besteht nicht nur aus Wettkampf und Organisation am Turniertag selbst. Auch Auf- und Abbau erfordern viel körperliche Arbeit, dazu kommen Cateringplanung, Materialbeschaffung und zahlreiche logistische Fragen. Gerade unter den beengten räumlichen Verhältnissen war es nicht immer leicht, allen Anforderungen des Verbandes gerecht zu werden. Umso hilfreicher war das Entgegenkommen des Deutschen Karate Verbandes, der sich bei dieser besonderen Ausgangslage mit pragmatischen und einfachen Lösungen zufrieden gab.

Zu bewältigen waren außerdem zahlreiche logistische Zusatzaufgaben: 40 zusätzliche Tische und 70 Stühle mussten beim Bauhof Ingolstadt abgeholt werden, dazu Getränkekästen bei der Brauerei. Alles musste transportiert, zwischengelagert und später wieder zurückgebracht werden. Da Anlieferung und Abholung mit hohen Kosten verbunden gewesen wären, wurde all das mit zwei privaten Anhängern organisiert – ein enormer zeitlicher und körperlicher Aufwand, der einmal mehr zeigt, wie viel persönlicher Einsatz hinter dieser Meisterschaft steckte.

Eine zentrale Stütze in all dem war Max Ries. Ohne ihn, so betont das Organisationsteam ganz klar, wäre diese Meisterschaft in dieser Form nicht möglich gewesen. Tag für Tag wurde gemeinsam geplant, organisiert, eingekauft und telefoniert – oft stundenlang, manchmal bis der Handy-Akku leer war und das Gespräch über das Festnetz weiterging. Neben der praktischen Unterstützung war es vor allem auch der mentale Rückhalt, der in dieser intensiven Zeit von unschätzbarem Wert war.

Der Dank des Ausrichters geht deshalb an viele Menschen: an das eigene Team der Karate-Abteilung, an die unterstützenden Abteilungen des Vereins, an alle Helferinnen und Helfer von außerhalb, an den Vorstandsvorsitzenden Christian De Lapuente sowie an Ludwig Ostermeier von der Stadt Ingolstadt. Ebenso gilt der Dank allen Unterstützern und Beratern, die mit Rat und Tat zur Seite standen, darunter auch Melli Feldmeier, Michael Schölz, Tervel Zwjatkow und Wolfgang Weigert. Auch der Geschäftsstelle des DKV, insbesondere Heinke Eltze, sowie Dirk Kaiser und Uwe Portugall wird für die unkomplizierte Unterstützung herzlich gedankt.

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Einer der emotionalsten Momente des Wochenendes war schließlich die Verleihung der Ehrenurkunde und des Ehrenpreises. Diese besondere Auszeichnung wird künftig einen festen Platz in der Vitrine des Vereinsheims erhalten und bleibt eine bleibende Erinnerung an ein außergewöhnliches Wochenende.

Was neben der vielen Arbeit vor allem in Erinnerung bleibt, ist die Atmosphäre in der Halle. Trotz der beengten Bedingungen war die Stimmung von Freundlichkeit, Geduld und Wertschätzung geprägt. Viele Menschen bedankten sich ausdrücklich dafür, dass Ingolstadt die Deutsche Meisterschaft übernommen hatte. Auch Kampfrichter und offizielle Vertreter zeigten großes Verständnis dafür, dass diese Meisterschaft vielleicht etwas weniger glamourös daherkam als andere Titelkämpfe der Vergangenheit. Entscheidend war etwas anderes: Herzblut, Einsatzbereitschaft und das gemeinsame Ziel, den Athletinnen und Athleten eine Bühne zu geben.

So bleibt am Ende nicht nur die Erinnerung an ein arbeitsreiches Wochenende, sondern vor allem an eine wirklich besondere Erfahrung mit vielen hilfsbereiten und engagierten Menschen.

Und selbst nach dem offiziellen Ende war noch lange nicht Schluss: Nachdem Heidi und Max am Montag noch 678 Pfandflaschen und Dosen abgegeben hatten – in genau 37 Minuten –, wartete bereits die nächste Aufgabe. Rund 80 übrig gebliebene Semmeln vom Wochenende wollen verarbeitet werden. Ganz im Sinne von Karl Valentin werden daraus nun Semmelnknödel.

Oder, um es mit einem Satz zu sagen, der dieses Wochenende wohl perfekt zusammenfasst: „Unmögliches wird bei uns sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.“

Heidi und Max


Bericht und Bilder: 
Melanie Feldmeier

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